Grüne raten: selber klagen

Datum: 22.10.2011 | Autor: Elke | Kategorien: Texte | Keine Kommentare »

Die Bundesspitze der Partei Bündnis 90 / Die Grünen verweigert die Einreichung einer Normenkontrollklage zur verfassungsrechtlichen Überprüfung der Hartz IV Regelsätze. Durch eine Normenkontrollklage könnte eine direkte Überprüfung der Hartz IV Regelleistungen beim Bundesverfassungsgericht unternommen werden. Ihr Rat an Hartz IV-Empfänger: Klagt doch selber.
Hier geht’s zum Artikel auf dem Blog Mein Name ist Mensch


Klare Verhältnisse

Datum: 18.10.2011 | Autor: Elke | Kategorien: Texte | Tags: | Keine Kommentare »

Dass es für sozial Schwache immer schwerer wird, aus der eigenen Schicht aufzusteigen, ist nun auch statistisch belegt, wie der Artikel von Jana Gioia Baurmann  im > Tagesspiegel anlässlich des Erscheinens des “Sozialreports für Deutschland” referiert. Die treffliche Überschrift:  “Einmal arm, immer arm”. Ein zentrales Moment bildet die Bildungsbiographie: Wer unstudierte Eltern hat, wird vermutlich auch selbst nicht studieren. Das Umgekehrte gilt selbstverständlich auch. Doch muss man da gleich von Stagnation sprechen?

Nicht unbedingt, denn es gibt durchaus monetäre Dynamiken: “Krise hin, Krise her – die meisten Reichen haben ihre Vermögen im vergangenen Jahr weiter ausgebaut, zudem gibt es in Deutschland 17 neue Milliardäre”, schreibt die >Süddeutsche Zeitung. Wer will da noch meckern: Es herrschen doch klare Verhältnisse.


Erspekulierter Hunger

Datum: 09.10.2011 | Autor: Elke | Kategorien: Texte | Keine Kommentare »

Das Hilfswerk Misereor und der als Mr. Dax bekannt gewordene Börsenexperte Dirk Müller stellen eine Studie vor, die Müller im Auftrag von Misereor erarbeitet hat. Sie belegt den Zusammenhang von Armut und Finanzspekulationen im Argrarsektor: ” ‘Erträge ernten, von Knappheit profitieren!’  Mit solchen Slogans lockt die Finanzbranche Großspekulanten und Privatanleger in Agrarfonds. Jeder kann dabei sein, wenn es darum geht, Kapital aus steigenden Agrarpreisen zu schlagen.” Hier geht’s zum Artikel in der > Frankfurter Rundschau.


Happy Birthday Jim Thompson!

Datum: 27.09.2011 | Autor: Elke | Kategorien: Texte | Tags: , | Keine Kommentare »

Happy Birthday – heute hätte  Jim Thompson Geburtstag!

Jim Thompson gehört zu den Noir-Schriftstellern, der Texte lange nur als eher minderwertige Pulp Fiction galten. Nun ist auch sein autobiographisch inspirierter Debütroman “Jetzt und auf Erden” in deutscher Übersetzung erhältlich. Hier erzählt der Autor von den Mühen, ein Schriftsteller zu werden, wenn man alle Umstände  gegen sich hat: Die Hölle zuhause und  einen Job in der kafkaesk anmutenden Buchhaltung einer Flugzeugfabrik. Vor allem aber keine Zeit zum Schreiben: Da bleibt seinem Alter Ego James ‚Dilly’ Dillon manchmal nichts anderes übrig, als, ständig von den anderen Familienmitgliedern gestört, nachts mit seiner Schreibmaschine auf der Toilette sitzen.

Der Loc/k/us terribilis literaischer Produktion

Wahrlich ein Loc/k/us terribilis als Sinnbild der privaten Erfahrungen, die  Thompsons literarischer Produktion zugrundeliegen, die die Gesellschaft als Kloake imaginiert. Stephen King schreibt im Vorwort zu „Jetzt und auf Erden“ denn auch treffend, Thompsons  analysiere die „Stuhlproben der Gesellschaft“. Es gehe um Menschen, die wie „wuchernde Zellen in den Gedärmen der amerikanischen Gesellschaft hausen.“ Gemeint ist das Personal des Werkes: Psychopathen, Kleinkriminelle und Irre, die sich mit Gewalt nehmen, was sie wollen. Oder Gerechtigkeit so ausüben, wie es ihnen paßt.

Fiktion als Gegenwehr

“Jetzt und auf Erden” läßt sich als Erfahrungshintergrund lesen, der diese Gewaltfiktionen als imaginäre Gegenmaßnahme generierte: Der Roman zeigt die Ohnmacht der amerikanischen Unterschicht während und nach der Great Depression; einer Unterschicht, deren Leben durch schneidende Armut und oft durch Hunger geprägt ist. Zwar hat Dilly  nun, während des Rüstungsbooms im Zweiten Weltkrieg einen Job, doch es bleibt eine Existenz auf Messers Schneide, haarscharf am Absturz vorbei. Jeder Tag kann  eine neue Katastrophe bringen – und dann ist da noch Dillys frühere Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei, die ihm nun zum Verhängnis zu werden droht. Weiterlesen »


Nur weg mit denen?

Datum: 20.09.2011 | Autor: Elke | Kategorien: Texte | Keine Kommentare »

Jürgen Malyssek, dessen ausgezeichnetes Buch über Obdachlosigkeit > hier bereits vorgestellt wurde, sprach mit der > Frankfurter Rundschau
über Lösungsmöglichkeiten angesichts eines lokalen Problems in Wiesbaden, das aber viele Städte kennen: Die öffentliche Trinkerszene, von der sich die Anwohner belästigt fühlen. Sehr gute Vorschläge – zur Nachahmung bzw. Umsetzung empfohlen!

Foto: Karuna e.V.


Neukölln wie es singt & lacht

Datum: 25.08.2011 | Autor: Elke | Kategorien: Texte | Tags: , , | Keine Kommentare »

Ein Bezirk besingt sich selbst -- gesucht wurde “Dein Lied für Neukölln”. Ort des Geschehens: der > Heimathafen Neukölln. Die Jury: Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky, Vorjahressieger Kalle Kalkowski und ein Stargast, dessen Namen ich leider vergessen habe. Abgestimmt hat dann das Publikum.

Wenn eine Hymne gesucht wird, ist es soweit: Gesucht wird eine Identiät, spielerisch singend wird erprobt, wer man denn ist und sein will. Kein Wunder, der Bezirk befindet sich im Umbruch, er tingeltangelt zwischen Gentrifizierung und Armut, Hippness und Abschaumfantasien. Entsprechend die Auswahl des vorgestellten Liedguts, das vom trashigen “Neukölln, du alte Hure” bis zum liebevollen “Mädchen aus Neukölln” reichte.

Es gewann der wunderbare Otto Kuhnle mit “Neukölln ist auf Scheiße gebaut”, ein Lied, das zwar den Bürgermeister nicht erfreute, aber zu meinen zwei Favoriten zählte.

Aber mein Sieger wäre doch Herr Stenzel mit seiner “Polonaise durch Neukölln” gewesen. Herr Stenzel schaffte es mühelos, die hippen Youngsters zur Polonaise durch den Saal zu bewegen (allein das ein Genuß! von wegen Polonaise ist nur was für’s Altersheim) und damit genau die soziale Bewegung zu performen, die Nordneukölln heimsucht: Partypeople unterwegs im schicken Armutsbezirk. Dass man zu großen Teilen selbst genau die Gentrifikation ist, die man eingangs kritisch beklatschte -- gelebter, ach was: getanzter Widerspruch! Wenn man selbst die Polonaise ist, muss man das schließlich nicht auch noch selbst bemerken. Genug gemeckert, lustig war’s in jeder Hinsicht, hier mein Lied für meinen Bezirk:


Alltägliche Desaster

Datum: 17.08.2011 | Autor: Elke | Kategorien: Texte | Tags: | Keine Kommentare »

Neben den großen Themen und Problemen dieser Tage – Finanzkrise a gogo, grauenhafte Hungernot in Afrika – wirken sie klein. Und doch ist die Obdachlosigkeit hierzulande ein Desaster für die Betroffenen. Die > Frankfurter Rundschau bringt einen Artiel über die steigenden Obdachlosenzahlen in Frankfurt. Obwohl die Stadt sich bemüht, den Verlust von Wohnungen abzuwenden, verlieren immer mehr Menschen, darunter auch ganze Familien, ihr Dach über dem Kopf. “Aktuelle Fallzahl: 782. Karin Kühn, Fachbereichsleiterin im Sozialdezernat und zuständig für das Vermeiden von Obdachlosigkeit, bestätigt das mit Fakten. Die Stadt habe es mit unaufhörlich steigenden Fallzahlen zwangsgeräumter Familien zu tun. 2009, in den Ausläufern der Finanzkrise, hatte es begonnen. Und nun werde es immer massiver. 2010 war die Anzahl der Familien ohne eigene Unterkunft von zuvor nur einigen wenigen bereits auf 737 angestiegen. Jetzt, am Stichtag 12. August, sind es schon 782. Und das Jahr dauert ja noch ein bisschen an.” Eine traurige Perspektive.

Foto: Moritz Fehr, Vehikel


Mauerbau

Datum: 13.08.2011 | Autor: Elke | Kategorien: Texte | Keine Kommentare »

Gespenst-der-Armut-RadioHeute, vor 50 Jahren, am 13. August 1961 wurde die Berliner Mauer gebaut. Aus diesem Anlass führte die Journalistin Ina Boesch für dsr2., dem Schweizer Kulturkanal, ein Interview mit mir zum Thema “Die Mauer in der Literatur” – hier geht’s zur Sendung “Viele schwiegen. Die Mauer in der Literatur


Der gegenwärtige Aufstand

Datum: 10.08.2011 | Autor: Elke | Kategorien: Texte | Tags: | 3 Kommentare »

Es sei der Aufstand der Abgehängten, schreibt die >>Süddeutsche Zeitung zu den Krawallen, die sich ausgehend von London, durch die englischen Städte ziehen. Vor nicht langer Zeit erschien das anonyme Manifest “Der kommende Aufstand” – sieht so nun die Realität aus? Immerhin heißt es darin: „Es gibt keinen friedlichen Aufstand. Waffen sind notwendig.“ Im Zentrum der Krawalle stehe die Soziale Frage, wird der Kriminologe John Pitts zitiert (> Guardian). In London herrschte gestern  Nacht “gespenstische Ruhe”, so die SZ.

Dieser Gewalteruption ist schrecklich; Brände zu legen, bedeutet, Menschenleben zu gefährden, die Stadt wortwörtlich  in Schutt und Asche zu legen. Das Soziale selbst, das Zusammenleben aller wird damit auch symbolisch in Flammen gesetzt.


Kleine Sendepause!

Datum: 25.07.2011 | Autor: Elke | Kategorien: Texte | Keine Kommentare »

Gleich geht’s weiter! Nicht in den Urlaub ent- schwunden, sondern zu einer Tagung in der
> Villa Vigoni.

Das spannende Thema: “Gesundheit – Werte – Markt”   (>Info) .

Bis zur nächsten Woche ruht das Leben auf dem diesem Blog!