In der Aschewolke des Verstehens, in memoriam Schweinegrippe

Datum: 13.05.2010 | Autor: Elke | Kategorien: In der Aschwolke des Verstehens, Texte | Tags: , , | Keine Kommentare »
Vulkanasche

Aschewolke

Allabendlich setzt das Flimmern des Bildschirms und damit das große Unverständnis ein. Die Zahlen werden immer gigantischer, unvorstellbarer – und scheinen sich in ihrer Größenordnung schon fast selbst ad absurdum zu führen. Was, wirklich: 750 Milliarden? Die Krise kann eigentlich nicht mehr wirklich beschrieben werden  und so halten häufig an Kinderbücher gemahnende Schaubilder Einzug in die Nachrichtensendungen: lustig aussehende brennende Häuser, die man löschen muss, Banken und Institutionen, die kleine Geldbündel mittels bunter Pfeile zwischen sich hin- und herschieben, manchmal schieben auch ganze Länder Geldpakete herum.  Schön verständlich sind auch die Rettungsschirme, die aufgespannt werden -  sie zeigen: das Böse kommt von oben. Und deshalb ist die Aschewolke des  isländischen Vulkans Eyjafjallajökull das Bild der Zeit: opak, undurchdringlich, diffus, milliarden Partikel, ebenso ungreifbar und allgegenwärtig wie die Finanzströme, die alles durchdringen und bestimmen und die nicht verortet werden können. Vor dem Bildschirm ist man genauso vernebelt wie man sich die Aschewolke imaginiert und und wenn die Politik was tut, dann „fährt“ sie metaphorisch konsequent „auf Sicht“. Durch- gar Weitblick hat keiner. Weiterlesen »