Gelesen: Börsenfieber und Kaufrausch (Franziska Schößler)
Datum: 26.10.2010 | Autor: Elke | Kategorien: Schößler: Börsenfieber & Kaufrausch | Tags: Bilder der Börse, Kaufrausch, Rezension Schößler | Keine Kommentare »„Die Börse ist eine Spielhölle, in der mit dem Kredit des Staates, der Gemeinden u.s.w. gespielt wird. […] Die Existenz der spekulierenden Börse ist Raub am Volkseigentum.“
“Die krasse Unwissenheit der leichtgläubigen Herde, welche die verwickelten Börsenoperationen so wenig begreift, daß bei den schamlosen Lockrufen die Vorübergehenden Feuer fingen und ein Regen von Millionen herabging.”
Wer hier Aussagen zur gegenwärtigen Finanzkrise vermutet, irrt. Die Börse als Schauplatz für – wie man heute wohl sagen würde – “Zocker” stammt von >>Karl Lueger, dem Wiener Bürgermeister, der eine Besteuerung der Börsengeschäfte forderte. Die süffisante Analyse des kleinanlegerischen Herdentriebes findet sich in Émile Zolas fulminantem Roman L’Argent (1891), der die Funktionsweise der Börse vorführt.
Judentum, Ökonomie und Geschlecht
In ihrem Buch Börsenfieber und Kaufrausch geht die Literaturwissenschaftlerin >>Franziska Schößler den Diskursen nach, anhand derer literarische Texte die erste Globalisierungswelle um 1900 verhandeln: Ökonomie, Judentum und Geschlecht. Bestimmend für die kollektive Wahrnehmung entgrenzter Finanz- und Verkehrsströme sind dabei die wirtschaftlichen Innovationen im ausgehenden 19. Jahrhundert: Börse, Kaufhaus und Kredit. Weiterlesen »





