Ein Song über das Hartzen. “Gib mir die Hand, ich bau dir ein Haus aus Pflaschenpfand, irgendwie, irgendwo, irgendwann…” Irgendwie das passende Gegenbild zu Thilos Armen-Bashing.
Heute am 8. April einen Tag ohne Schuhe herumzulaufen -- dazu wollen die Jonas Brothers auch andere animieren. Warum? Weil viele Arme nicht einmal Schuhe besitzen.
Sind so zarte Füßchen…
Organisiert wird das Ganze zum dritten Mal von TOMS Shoes, einem Schuhproduzenten, der für jedes verkaufte Paar Schuhe ein Paar Schuhe an ein bedürftiges Kind spendet. Mit machen und sich -- weltweit -- in Gruppen organisieren kann man unter www.OneDayWithoutShoes.com
Arme sind irgendwie drollig, putzig, nicht die Hellsten, aber bauernschlau, haben verstrubbelte oder vergurkte Haartrachten, das Herz am rechten Fleck, nämlich – weil ja letztlich doch solidarisch und hilfsbereit – irgendwie links. Ganz dolle konnte man das Die Grenze von Roland Suso Richter bewundern. Neben der Arbeitsbeschaffungsmaßnahme „Deutschland retten“ (so trefflich Dagmar Rosenfeld in der Zeit) heißt es feiern, lieben, streiten und treuherzig gucken. So weit, so Märchen, Schwank & Schelm. Auch im Kino und Fernsehen greift zumeist die Formel: kleine Verhältnisse – großes Herz. Wenn’s mal anders ist, wird gleich richtig böööse, böööse, böööse. So wie neulich in Keine Angst von Aelrun Goette. Gruppenvergewaltigungen, Papa wech, Missbrauch, Alkohol, Frauenbild schlimmer als Mutti in den 50ern. Noch was vergessen? Ach ja: die ewig glimmende Fluppe im Mund von Mama – das selbstzerstörerische Insignium der Unterschicht. Weiterlesen »
Armut und Ekel sind kulturhistorisch eng verschwistert. So mußte zum Beispiel der Held in Friedrich Hollaenders Roman Jesus und Judas erst sein “Brechgefühl” überwinden, bevor er das Arbeiterelend gut naturalistisch schildern konnte. Distinktion zahlt sich eben aus.
Jenseits dieser Abgrenzungsleistungen klingt’s entschieden lustiger -- hier von Toni Mahoni:
Der Berliner Journalist, Krimiautor und Singer-Songwriter Ralph Gerstenberg zeigt die Unterschicht da, wo wir sie immer schon vermutet haben: ganz nah…
Mit besten Grüßen an den sidekick Bert Brecht
Dicht bei der Unterschicht
Hier noch als Konzertmitschnitt, der Ton ist ein klitzekleines bißchen schlechter.
In der Schweiz sind die Fische statistisch erfasst, nicht aber die Armut im Lande. Vermutlich wolle man das Problem nicht sehen, vermutet die Caritas. Das Gespenst bleibt unsichtbar, findet in diesem Beitrag aber Gehör:
91 year old cook and great grandmother, Clara, recounts her childhood during the Great Depression as she prepares meals from the era. Learn how to make simple yet delicious dishes while listening to stories from the Depression.