Wer früher stirbt, ist länger tot

Datum: 19.12.2011 | Autor: Elke | Kategorien: Texte | Tags: | 1 Kommentar »

Jetzt ist es amtlich: Wer arm ist, stirbt früher. Über eine entsprechende Studie berichtet die >Süddeutsche Zeitung: “Uneinig sind sich Sozialmediziner allenfalls darüber, um wie viele Jahre ein Mensch kürzer lebt, wenn er schlecht ausgebildet ist und sein Einkommen unterhalb der Armutsgrenze liegt. Sieben Jahre Unterschied wurden und werden für Deutschland postuliert, gelegentlich ist bei Männern sogar von einer um bis zu elf Jahre divergierenden Lebenserwartung die Rede.” Der Beitrag verweist auch auf das Buch “Dick, doof und arm” von Friedrich Schorb: Ein Interview, das ich vor zwei Jahren mit ihm führte, findet sich >hier. Die Bundesregierung spricht prompt von Fehlinterpretationen der Daten: “Die Schuldzuweisung an die Unterprivilegierten funktionierte zuverlässig: Wenn ihr das Falsche esst, euch zu wenig bewegt und dabei nach und nach verfettet, müsst ihr euch nicht wundern, wenn eure Kranzgefäße und Hirnarterien verkalken und ihr früher sterben müsst.” Anders gesagt:  Pech für die Realität, wenn sie nicht in meine Vorstellungen paßt.

Foto: John Vachon (1942):  Cemetery at edge of Romney, West Va. (LOC)

One Comment on “Wer früher stirbt, ist länger tot”

  1. 1 Detlef Müller (Initiative 'Soziales Dorf') kommentierte 05:39 on December 20th, 2011:

    Es ist in der Tat schon recht auffällig, wie die Politik und manche weniger kritische Geister auf solche Meldungen reagieren.
    Eine Art pawlowscher Reflex.”Das kann doch ÜBERHAUPT nicht sein!”
    Obwohl der verheerende Einfluß von Langzeitarbeitslosigkeit auf die Gesundheit längst als bewiesen gilt.

    Noch ein Hinweis: Der Link zur EAPN ist nicht richtig. Der lautet http://www.eapn.eu – nicht .org am Ende.

    Gruß
    Detlef Müller


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